Schulprobleme

Grundsätzlich können Schulprobleme unterschiedlichste Ursachen haben, deren Grundlage vorübergehender (z.B. soziale od. emotionale Belastungen) oder andauernder Natur (u.a. chronische Erkrankungen, genetische Erkrankungen) sein kann.

Schulprobleme sind häufig bei Kindern mit ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) festzustellen, kommen aber auch bei Kindern und Jugendlichen vor, die an NP-C erkrankt sind. Die Symptome können hierbei aber sehr ähnlich sein.

Typische Merkmale von ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)

Im Schulalter sind einige Verhaltensmerkmale besonders charakteristisch, wobei jedes dieser Merkmale auch isoliert auftreten kann:

Unzureichende Daueraufmerksamkeit/Kurze Aufmerksamkeitsspanne: Das Kind ist leicht abgelenkt, träumt häufig und ist nicht in der Lage, anderen über einen längeren Zeitraum hinweg zuzuhören

Mangelnde Problemlösefähigkeiten: Das Kind ist schnell überfordert und kann sich bei Problemen nur selten selbst helfen

Impulsives Verhalten: Das Kind redet häufig dazwischen, wechselt unvermittelt das Thema

Mangelnde Handlungsstruktur: Das Kind arbeitet kaum selbstständig, so dass ein ständiges Überwachen durch die Eltern / den Lehrer erforderlich ist. Seine Handlungen sind oft chaotisch und unstrukturiert

Fehlender Ordnungssinn: Das Kind ist nicht in der Lage, Ordnung zu schaffen. Durcheinander findet sich z.B. bei den Hausaufgaben, im Kinderzimmer oder in der Schultasche

Motorische Unruhe: Das Kind zappelt häufig; es fällt ihm schwer, ruhig zu sitzen

Geringe Frustrationstoleranz: Das Kind fühlt sich schnell provoziert, reagiert frustriert und oft überzogen

Niedriges Selbstwertgefühl: Das Kind ist häufig ein Außenseiter, zieht sich von den anderen zurück oder spielt den Klassenclown

Lern- und Leistungsstörungen: Das Kind hat z.B. ein unsauberes Schriftbild, Lese-/ Rechtschreib-/ oder Rechenschwächen

Aufmerksamkeit im Schulalltag

Unterrichtsgestaltung

Für die Unterrichtsgestaltung spielt der Aspekt Aufmerksamkeit eine wichtige Rolle. Ziel sollte es sein, diese bei allen SuS möglichst hoch zu halten, um den Lernerfolg zu maximieren. Möglichkeiten dazu bieten z.B. verschiedene Unterrichtsmethoden, welche sich die oben genannten aufmerksamkeitsfördernden Eigenschaften wie Neuartigikeit, Überraschungsmomente, etc. zu Nutze machen. Außerdem kann das Miteinbeziehen aktueller Inhalte sowie ein Bezug zwischen Lernstoff und Interessen der SuS die allgemeine Aufmerksamkeit erhöhen. Auch auf Abwechslung sollte geachtet werden, da ein standardisiertes Ablaufschema des Unterrichts die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich die SuS eher anderen Dingen zuwenden.

Unterricht mit aufmerksamkeitsgestörten KindernBesonders schwierig ist der Umgang mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern. Sehr wichtig ist dabei die Haltung dem Schüler gegenüber. Das Kind sollte nicht als unerwünschter Störfaktor betrachtet werden, sondern als sehr hilfsbedürftige Person, welche insbesondere Anerkennung und Wertschätzung benötigt. Eine ablehnende Haltung kann die ohnehin schon auftretenden Konfliktsituationen häufig noch verstärken. Um die Aufmerksamkeit der betroffenen SuS zu erhöhen, können bereits kleinere Maßnahmen Wirkung zeigen. So sollte ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind idealerweise nicht am Fenster oder an Gruppentischen sitzen, wo es leicht abgelenkt werden kann, sondern in der Nähe des Lehrers, damit dieser die Möglichkeit hat, störendes Verhalten unmittelbar zu unterbinden. Weiterhin kann eine strukturierte Unterrichtsgestaltung eine große Hilfe sein. Im Gegensatz zu anderen SuS fällt es einem aufmerksamkeitsgestörten Kind in der Regel leichter aufzupassen, wenn der Unterricht routiniert abläuft, die Abläufe bekannt sind und die SuS sich an feste Regeln und Rituale halten. Unbekanntes kann dazu führen, dass das Kind verunsichert und überfordert reagiert. Eine weitere Maßnahme, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu erhöhen, ist auch hier ein möglichst lebhafter, interessanter Unterricht. Abwechslungsreiche Materialien, die Einbeziehung verschiedener Sinneskanäle sowie direkte Fragen zur Einbeziehung des Kindes sowie Anregungen zur Eigenaktivität können dabei hilfreich sein. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass dabei nicht zu viel Unruhe aufkommt und das aufmerksamkeitsgestörte Kind abgelenkt oder überfordert wird. Es sollte stets die Möglichkeit haben, Unterstützung durch den Lehrer zu bekommen.

Typische Alltagssituationen

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