Horizontale Blickparese

Horizontale, einseitige Blicklähmung

Anhaltende Blicklähmungen zu einer Seite sind auf Störungen der ipsilateralen pontinen Strukturen zurückzuführen und betreffen entweder den Abducens-Kern oder die paramediane pontine retikuläre Formation (PPRF). Hierbei fällt auf, dass bei Schädigungen des Abducens-Kerns sämtliche Augenbewegungen zur Seite gestört sind, während bei Läsionen der PPRF die Folgebewegungen und der vestibulo-okuläre Reflex (Puppenkopf-Phänomen) erhalten sind. Lediglich die schnellen Blickziel- und Kommandobewegungen, sowie Sakkaden und schnelle Nystagmusphasen sind gestört.

Im Gegensatz zu Ponsläsionen führen Hemisphärenläsionen - häufig nach Schlaganfällen - fast ausschließlich zu vorübergehenden Blicklähmungen. Auch finden sich Blicklähmungen nach links wesentlich häufiger, als solche nach rechts, was auf eine unterschiedliche Organisation der Verarbeitung von Blickimpulsen in der rechten und linken Hemisphäre schließen lässt.

Horizontale, beidseitige Blicklähmung

Blicklähmungen nach rechts und links (unter Erhaltung der vertikalen Blickbewegungen) können entweder auf beidseitige Läsionen der Abducens-Kerne oder auf beidseitige Läsionen der oberen Anteile der PPRF zurückzuführen sein. Isolierte horizontale Blicklähmungen mit erhaltener Konvergenzreaktion kommen gelegentlich in angeborener Form vor.

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