Gedächtnisstörungen

Gedächtnisstörungen

Das menschliche Gehirn vergisst die meisten Informationen, die es tagtäglich über Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut aufnimmt. Das ist gut so. Wir wären überfordert, wenn wir alle Sinneseindrücke bewusst verarbeiten müssten. Vergisst man allerdings seine Wohnadresse, den aktuellen Tag oder die Namen naher Verwandter, steckt oft eine Krankheit dahinter.

Was bedeutet Gedächtnisstörung ?

Zu einer Gedächtnisstörung gehören nicht nur die Vergesslichkeit, sondern auch Erinnerungslücken (Amnesie), Konzentrationsmangel und Scheinerinnerungen (Paramnesie). Vor allem die Vergesslichkeit hat nur selten etwas Krankhaftes an sich: Jeder Mensch vergisst ab und zu einen Termin, seine Autoschlüssel oder einen Namen. Vergisst man jedoch, welcher Tag heute ist oder wo man wohnt, deutet das auf eine Krankheit hin.

Eine Gedächtnisstörung kann viele Ursachen haben

Äußert sich die Gedächtnisstörung als Erinnerungslücke, spricht man von einer Amnesie. Das kommt vor, wenn sich ein Patient nicht mehr erinnert, was kurz vor oder/und nach dem auslösenden Ereignis stattfand.

Eine solche Erinnerungslücke ist typisch für Unfälle, bei denen das Gehirn Schaden nimmt (Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma). Andere Ursachen für eine Amnesie sind Vergiftungen (Alkohol, Drogen) und psychische Störungen (Angst, Panik, Verdrängung von traumatischen Erlebnissen).

Eine ausgeprägte Vergesslichkeit kann auf eine Demenzkrankheit (z. B. Alzheimer) hindeuten und kommt auch bei NP-C vor.

Gedächtnisstörungen

Häufigkeit

Häufigkeitsangaben bezüglich Gedächtnisstörungen können nicht gemacht werden, da diese statistisch nicht ausreichend erfasst werden. Leichte Gedächtnisstörungen im Sinne des Mild Cognitive Impairement Syndroms sind aber noch häufiger bei Demenz vom Alzheimertyp und andere Demenzformen.

Definition

Gedächtnisstörungen - MCI - Mild Cognitive Imparement beschreibt ein Krankheitsbild welche durch Kurzzeitgedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Merkfähigkeitsstörungen gekennzeichnet ist, aber nicht durch andere Demenzsymptome. Das MCI-Syndrom kann als eigenes Krankheitsbild bestehen oder auch als Beginn der Alzheimerdemenz.

Symptome

Wie oben beschrieben, sind es vor allem Kurzzeitgedächtnisstörungen, Schwierigkeiten im Erlernen neuer Inhalte, leichte Rechenstörungen, Konzentrationsstörungen und Ähnliches. Tatsächliche Denkstörungen oder Einbussen intellektueller Fähigkeiten wie eingeschränktes planendes Handeln oder abstraktes Denken liegen aber nicht vor.

Therapie

Hier steht an erster Stelle wiederum der Ausschluss zugrundeliegender Erkrankungen, welche genau den behandelbaren Ursachen auch der Demenz entsprechen. Vor allem Depressionen, aber auch Mangelernährung oder chronische Schlafstörungen sind häufige Ursachen am MCI-Syndrom. Nach Ausschluss bzw. Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen steht danach ein regelmäßiges Gedächtnistraining mit neuropsychologischer Unterstützung im Vordergrund.

 

Gedächtnisprobleme können viele Ursachen haben, einige davon sind banal - und viele behebbar:

  • Wer schlecht hört, kann sich weniger merken; ein Hörgerät hilft dem Gehirn dann auf die Sprünge.
  • Schlafmangel und Stress wirken sich negativ auf das Denk- und Erinnerungsvermögen aus. Entspannungstraining, mehr Nachtruhe oder Nickerchen zwischendurch können dann Wunder wirken.
  • Auch die emotionale Verfassung wirkt sich aus. "Viele von denen, die in unsere Klinik kommen und klagen, ich vergesse immer alles und kann mir nichts merken, haben eine Depression", sagt Tilman Fey, Chefarzt der Abteilung für Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik Münster. Die Symptome einer Altersdepression ähneln denen einer Demenz, zugleich erhöht das Leiden das Risiko, eine Demenz zu entwickeln.
  • Ein Mangel an Vitamin B12 schädigt die Nervenzellen - ein Defizit, unter dem Raucher und Trinker besonders häufig leiden. Eine Ernährungsumstellung und gegebenenfalls Vitamingaben können es beheben.
  • Manch einer erinnert sich schlecht, weil er eine Mahlzeit ausgelassen hat und sein Hirn nicht ausreichend mit Energie versorgt ist. "Das sind Kleinigkeiten, die im mittleren und höheren Lebensalter eine größere Rolle spielen als in jungen Jahren", sagt der Psychiatrieprofessor Hans Förstl von der Technischen Universität München. Im hohen Alter nähmen viele Leute gar nicht mehr wahr, wenn sie zu wenig trinken oder essen.
  • Viele Medikamente wie zum Beispiel Beruhigungsmittel beeinträchtigen das Denkvermögen, ebenso zu hoher Alkoholkonsum.
  • Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu Verwirrung führen, eine Unterfunktion zu Langsamkeit.
  • Bluthochdruck kann sich negativ auswirken. Vermutlich schädigt er die weiße Substanz im Gehirn mit ihren Nervenfasern.
  • Wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen zählt Bluthochdruck zudem zu den Risikofaktoren für eine gefäßbedingte Demenz.
  • Mit modernen bildgebenden Verfahren ist es möglich, strukturelle Veränderungen zu erkennen, zum Beispiel Tumoren oder Blutansammlungen unter der harten Hirnhaut, die oft erfolgreich behandelt werden können.
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