Depressivität

Depressivität / Depression

Die Depression ist eine psychische Störung mit Zuständen psychischer Niedergeschlagenheit als Leitsymptom. Der Begriff leitet sich von lateinisch deprimere ‚niederdrücken‘ ab. In der Psychiatrie wird die Depression den affektiven Störungen zugeordnet. Im gegenwärtig verwendeten Klassifikationssystem psychischer und anderer Erkrankungen (ICD 10) lautet die Krankheitsbezeichnung depressive Episode oder rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung. Die Diagnose wird nach Symptomen und Verlauf gestellt. Zur Behandlung depressiver Störungen werden nach Aufklärung über die Ursachen und den Verlauf der Erkrankung Antidepressiva eingesetzt, aber auch reine Psychotherapie ohne Medikation, wie beispielsweise tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Verfahren. Obgleich im alltäglichen Sprachgebrauch der Begriff depressiv häufig Verwendung findet, handelt es sich bei der Depression im eigentlichen Sinne um eine sehr ernste Erkrankung.[1]

 

Depressives Syndrom

Als Depressives Syndrom wird eine Ansammlung von Symptomen bezeichnet, die typisch für eine Depression sind. Kernsymptome sind: depressive Stimmung, Verlust von Interesse und Freude, erhöhte Ermüdbarkeit.

Weitere häufige Symptome sind Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite, ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, psychomotorische Unruhe oder Gehemmtheit, Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzungen oder Suizidhandlungen, Schlafstörungen, verminderter Appetit.

Von einer depressiven Episode spricht man, wenn ein depressives Syndrom über mindestens zwei Wochen besteht.

Abgrenzung zur Depression

Der Begriff "Depressives Syndrom" wird nicht immer klar von der Depression abgegrenzt. Teilweise werden die Begriffe synonym verwendet; teilweise als Oberbegriff verschiedener Formen von Depressionen, wenn man keine Aussagen über die Ursache oder den Schweregrad machen kann oder will.

Depressive Syndrome kommen bei vielen psychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise bei Zwangsstörungen, Angststörungen, Alkoholismus, in Verbindung mit so genannten "Persönlichkeitsstörungen" oder bei Psychosen wie der Schizophrenie vor. Bei einigen neurologischen und internistischen Erkrankungen werden diese ebenso diagnostiziert, wie als Nebenwirkungen einiger Arzneimittel.

Symptome

Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung (Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, d. h. der Patient ist durch Zuspruch nicht aufhellbar) oder bei einer schweren Depression dem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. dem Gefühl anhaltender innerer Leere. Schwer depressiv Erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität.[2] Man geht davon aus, dass rund die Hälfte der Menschen, die einen Suizid begehen, an einer Depression gelitten haben. Bei der Depression handelt es sich daher um eine sehr ernste Erkrankung, die umfassender Therapie bedarf.[3][4]

Weitere Symptome können sein: Antriebshemmung, mit oder ohne Unruhe, Denkhemmung, übertriebene Sorge um die Zukunft, unter Umständen übertriebene Beunruhigung durch Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers (siehe Hypochondrie), das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Gefühl der Hilflosigkeit oder tatsächliche Hilflosigkeit, sowie soziale Selbstisolation, Selbstentwertung und übersteigerte Schuldgefühle, dazu Müdigkeit, verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit, das Denken ist verlangsamt (Denkhemmung), sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang), dazu Störungen des Zeitempfindens. Häufig bestehen Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Negative Gedanken und Eindrücke werden über- und positive Aspekte nicht adäquat bewertet. Das Gefühlsleben ist eingeengt, was zum Verlust des Interesses an der Umwelt führen kann. Auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust). Der Schlaf kann gestört und/oder nicht erholsam sein und das morgendliche Aufstehen Probleme bereiten (Morgentief, Tagesschwankungen).

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